Bernd von der Walge
Bernd von der Walge
Bernd von der Walge
Bernd von der Walge

 „Saarbrücken. Weit vom Schuss, das werden die besten Alten Kameraden; das hatte Peter Raubuch bereits von seinem Vater zu hören bekommen. Seine eigenen Erfahrungen als 18-jähriger Landser in den "Mordlöchern der Ostfront" hat der 1925 in Altenkessel geborene Saarländer jetzt in einem offensiv geschriebenen Buch verarbeitet: "Germanski Kamerad karoscho" ("Ich bin ein guter deutscher Kamerad"), so der Titel des Anti-Kriegsbuchs. Ein therapeutisches Werk in doppelter Hinsicht: Es klärt, späte Genugtuung für alle Betroffenen, schonungslos auf über die wahren Bedingungen in den Schützengräben des Zweiten Weltkriegs. Und für seinen Autor Raubuch selbst bedeutet es aktive Vergangenheitsbewältigung. Rund 50 Jahre hatte der lange im Saar-Steinkohlebergbau als Maschinensteiger tätige Völklinger alles verdrängt. Bis zu jenem denkwürdigen Abend, als er gemeinsam mit seinem Sohn vor dem Fernseher saß und die Berichterstattung über den Golfkrieg vernarbte Wunden aufriss. Geradezu unaufhaltsam seien die Erinnerungen aus ihm heraus gesprudelt, erzählt er. Die Folge: Schlaflosigkeit, Magenschmerzen. Alles aufschreiben!, riet ein Arzt. Also zeichnete er in einem langwierigen und schmerzlichen Prozess alle Erlebnisse auf. Mit einer detaillierten Genauigkeit, die der Hobbymaler Raubuch auf sein fotografisches Gedächtnis zurückführt: „Jedes einzelne Wort ist wahr", versichert er. "Ich habe keinen Roman geschrieben. Dieses Buch ist biografisch." Ohnmächtige Wut ist dem Autor auch heute noch anzumerken. wenn er erzählt, wie skrupellos die "Masse Mensch" als Kanonenfutter verraten und verheizt wurde. Junge Männer, die mit ausgedörrtem Weißkraut, verschimmeltem Brot und ungenießbarem Käse abgespeist wurden. Die wochenlang in ein- und demselben Loch in ihren eigenen Exkrementen ausharren mussten, einsam, verdreckt, hungrig und frierend. Neben sich die zerfetzte Leiche eines erschossenen Kameraden, Verwesungsgestank in der Nase, abgeschnitten von der Außenwelt. Während die nach Kriegsende als Helden gefeierten Offiziere sich feige hinter der Hauptkampflinie verschanzten und es sich gut gehen ließen. Wer hätte denn auch die Wahrheit aufdecken sollen? Die meisten echten Frontschweine waren doch elend verreckt, so Raubuch. Authentische Zeugnisse? Der Schriftsteller Gerhard Zwerenz, an den Raubuch sich 1997 auf Verlegersuche um Hilfe wandte, bestätigt denn auch, dass das Buch "aus der Sicht eines Hauptkampflinien-Infanteristen geschrieben ist. Sowas gibt es bisher vom 2. Weltkrieg in deutscher Sprache nicht". Heute lebt Peter Raubuch in Greiz, Thüringen, wohin es ihn Anfang der Neunziger aus privaten Gründen verschlug. In die alte Heimat Saarland kommt er immer wieder gerne und hat auch noch Kontakt zu einigen Freunden und seinem in Völklingen wohnenden Bruder. Und er hofft, dass seine Erinnerungen, die nun endlich als Buch erhätlich sind, auch in seiner alten Heimat gelesen werden. Der Sache wegen. Und weil es seine Arbeitskollegen aus dem Bergbau bestimmt freuen wird, wieder einmal etwas von ihm zu hören. Dessen ist er sich ganz sicher.“

(Aus: „In den Mordlöchern der Ostfront. Antikriegs-Buch als Therapie für Ex-Saarländer Raubuch.“ (Kerstin Krämer, Saarbücker Zeitung, 2002)

 

Die Neuherausgabe von Peter Raubuchs Kriegserinnerungen an Rumänien im Sommer 1944 als kommentiertes und mit multimedialen Links versehenes Kindle eBook im August 2016 (Amazon.de) erschien mir angesichts aktueller Erscheinungen von kollektiver Amnesie im deutschen Geschichtsbewusstsein eine Forderung des Tages. Die Bearbeitung war im Wesentlichen drei Jahre nach dem Tod des Autors in Greiz bereits im Sommer 2013 fertig gestellt, kann aber wegen Ungunst der Verhältnisse erst jetzt erscheinen.

 

Das Kindle eBook ist NUR online über www.amazon.de bestellbar -- ASIN:B01KN645QW; oder durch einen Mausklick hier auf das Titelbild.

 

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